Von der Erwartung abweichende Baugrundbedingungen! – Und jetzt?

Wenn das bauausführende Unternehmen eine Besonderheit bzw. von den Erwartungen abweichende Tatsachen im Bereich des Baugrundes feststellt, gilt es einen prinzipiell immer gleichen Ablauf zu absolvieren.

Hier eine nicht abschließender Liste möglicher abweichender Baugrundbedingungen:

  • Die chemischen, physikalischen oder geotechnischen Boden-, Fels-, Gebirgs- bzw. Baugrundeigenschaften entsprechen nicht den  erwarteten Bedingungen.
  • Nach ATV DIN 18299, Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art, Abschnitt 3.3: “Werden Schadstoffe vorgefunden, z.B. in Böden, Gewässern, Stoffen oder Bauteilen, ist der Auftraggeber unverzüglich zu unterrichten.”
  • Nach ATV DIN 18320 Landschaftsbauarbeiten, Abschnitt 3.1.4: “Werden nicht angegebene Leitungen, Kabel, Dräne, Kanäle, Bauwerksreste, Vermarkungen, Hindernisse und dergleichen angetroffen,…”
  • Nach ATV DIN 18308 Drän- und Versickerarbeiten, Abschnitt 3.1.5: “Werden unvermutet Hohlräume oder Hindernisse angetroffen, z.B. Leitungen, Kabel, Dräne, Kanäle, Vermarkungen, Bauwerksreste…”
  • Nach ATV DIN 18305 Wasserhaltungsarbeiten, Abschnitt 3.1.3: “Boden- und Wasserverhältnisse, die von den Angaben in der Leistungsbeschreibung abweichen, sind dem Auftraggeber unverzüglich mitzuteilen.”
  • Nach DIN ATV 18300 Erdarbeiten, Abschnitt 3.5.2: “Ergibt sich während der Ausführung von Böschungen die Gefahr von Rutschungen oder Erosionen, hat der Auftragnehmer unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zur Verhütung von Schäden zu treffen und dies dem Auftraggeber unverzüglich mitzuteilen.”

Abb.1 : Bauschutt und Gründungsbauteile, hoher Grundwasserstand anstatt lehmigem Boden

Der Auftraggeber der Bauleistung und nicht allein der Bauüberwacher oder das Planungsbüro sind darüber nachweislich zu unterrichten. Der Auftraggeber trägt die Verantwortung für die örtlichen Verhältnisse auf der Baustelle, auch wenn er die Aufgaben an Erfüllungsgehilfen bzw. Dienstleister delegiert hat. Der Auftraggeber ist der Besteller des Werkes und er muss ggf. dann notwendige Anpassungen an der Art der Ausführung bzw. am Bauvertrag veranlassen, die unter Umständen Kosten verursachen und die Bauzeit beeinflussen.

Der Auftragnehmer muss Maßnahmen zur Absicherung der Leistungen ergreifen. Das heißt, dass er dem Grunde nach alles tun muss, damit die Bauleistung erbringbar bleibt, deren Erstellung gefördert wird und gleichzeitig von den erkannten Umständen keine Gefahr oder schädliche Einwirkung auf das Bauwerk, die Baustelle oder auch auf Personen im Umfeld order das Eigentum Dritter ausgeht.

DIN ATV 18299 schreibt in Abschnitt 3.3 : “Bei Gefahr im Verzug hat der Auftragnehmer die notwendigen Sicherungsmaßnahmen unverzüglich durchzuführen. Die gemeinsamen Maßnahmen sind gemeinsam festzulegen. Die getroffenen und die weiteren Maßnahmen sind besondere Leistungen.”

Bei Abweichungen von den in den Vertragsunterlagen beschriebenen Verhältnissen im Baugrund, beim Antreffen von Abfällen im Baugrund, organoleptisch auffälligen Bereichen (z.B. es riecht oder schmeckt komisch bzw. Farbe und oder Konsistenz sind bedenklich) oder anderweitig geänderten Baugrundverhältnissen sollte dabei auch BGB  § 906 mit zur Beachtung hinzugezogen werden, in dem es heißt:

“ Der Eigentümer eines Grundstücks kann die Zuführung von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusch, Erschütterungen und ähnliche von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen insoweit nicht verbieten, als die Einwirkung die Benutzung seines Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt. Eine unwesentliche Beeinträchtigung liegt in der Regel vor, wenn die in Gesetzen oder Rechtsverordnungen festgelegten Grenz- oder Richtwerte von den nach diesen Vorschriften ermittelten und bewerteten Einwirkungen nicht überschritten werden.  Gleiches gilt für Werte in allgemeinen Verwaltungsvorschriften, die nach § 48 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erlassen worden sind und den Stand der Technik wiedergeben. Das Gleiche gilt insoweit, als eine wesentliche Beeinträchtigung durch eine ortsübliche Benutzung des anderen Grundstücks herbeigeführt wird und nicht durch Maßnahmen verhindert werden kann, die Benutzern dieser Art wirtschaftlich zumutbar sind. Hat der Eigentümer hiernach eine Einwirkung zu dulden, so kann er von dem Benutzer des anderen Grundstücks einen angemessenen Ausgleich in Geld verlangen, wenn die Einwirkung eine ortsübliche Benutzung seines Grundstücks oder dessen Ertrag über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtigt.
Die Zuführung durch eine besondere Leitung ist unzulässig.”

Was heißt das genau? Der Bauleiter des bauausführenden Unternehmens kann die Auswirkungen seiner Entdeckungen in der Regel nicht sofort und nicht vollumfänglich einschätzen und beurteilen, ob er in den Schranken der Unerheblichkeit und der Duldungspflicht der Nachbarn und Dritter Grundstückseigentümer bleibt. Er zieht hier ggf. fremden Rat hinzu. Bis zur getroffenen Entscheidung des AG und seiner Berater sichert er den Bereich z.B. durch Abdeckung mit Folien, Überschüttung mit Erdstoff, Abgrenzung mit Bauzaun etc.. Diese Sofortmaßnahmen sind Besondere Leistungen im Sinne der VOB/C und somit auch zusätzlich vergütungspflichtig für den Bauherrn. Ein Hinweis des Ausführenden an den Bauherrn kann also zur Untermauerung der Dringlichkeit der Entscheidungsfindung wie folgt dienen.

Abb 2: Boden mit Anteil von mehr als 10% Fremdbestandteilen gilt als Bauschutt und ist ggf. nach der Gewerbeabfallverordnung zu behandeln

“…. Die angetroffenen Verhältnisse sind durch unser Baustellenpersonal hinsichtlich der Auswirkungen nicht einschätzbar. Wir weisen darauf hin, dass aus dem beschriebenen organoleptisch auffälligen Bereich heraus Einwirkungen auf Dritte entstehen können, insbesondere auch auf Personen, Güter, Nachbar- und Drittgrundstücke für die diese über eine nur unwesentliche Beeinflussung hinausgehen können. Wir werden Sofortmaßnahmen nach unserem Verständnis zur Minderung der Auswirkungen ergreifen.”

Der nächste Schritt ist die gemeinsame Vereinbarung weiterführender Maßnahmen. Dabei ist in erster Linie der Auftraggeber gefordert. Er hat die Pflicht zur Anordnung. Hier sei darauf verwiesen, dass die Absätze der VOB/C noch klarer die Mitwirkungspflichten des AG in den einzelnen Gewerken untermauern als allein der Wortlaut in VOB/B. Die Anpassungen am Vertragsinhalt, die auszuführenden Arbeitspakete und die Verantwortlichkeiten sind im Rahmen der Anordnungen des AG exakt zu definieren. Der Arbeitsschutz und Auswirkungen auf andere Unternehmer sind dringend zu beachten.

Abschließend ist dann die finale Klärung herbeizuführen, indem der Bauausführende die Bauleistungen nach den Festlegungen erbringt, sie durch den Bauherrn abnehmen lässt, Prozess und Ergebnis hinreichend dokumentiert. Die Vergütungsanpassung für die Sofortmaßnahmen, das Handling der Besonderen Situation (Gutachter, eigenes Personal, Fahrtkosten, Beratungskosten, Angebotseinholung,…) und die zu erbringenden Besonderen Leistungen nach gemeinsamer Leistungsdefinition sollte nach Möglichkeit vor Abschluss der Arbeiten erfolgen. Hier wird anwaltlicher Rat regelmäßig dahingehend erteilt, dass der Auftragnehmer die Ausführung für den Erfüllung des ursprünglichen Bauvertrages erforderliche Leistungen nicht verweigern darf, auch wenn seine Vergütung für zusätzliche bzw. geänderte Leistungen noch nicht geklärt ist. Für eine solche Verweigerung bestehen sehr enge juristische Grenzen.

Fassen wir hier die Schritte zusammen:

  1. Information des Bauherrn,
  2. Sofortmaßnahmen zur Schadens- bzw. Einwirkungsvermeidung/ -begrenzung,
  3. Definition der Arbeitspakete und Verantwortlichkeiten gemeinsam mit dem und wirksam autorisiert durch den Bauherrn, Angebot zur Vergütungsanpassung seitens des Auftragnehmers,
  4. Ausführung, Abnahmeersuchen, Abnahme und Dokumentation,
  5. Abschließendes Aufmaß und engültige Vergütungsklärung.

Verwiesen wird hier explizit auf das Merkblatt “Rechtssicherer Umgang mit Abfällen im GaLaBAu” welches vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.  im September 2016 herausgegeben wurde und an dem die BAeR – Agentur für Bodenaushub GmbH, Herr Prof. Dr. rer. nat. Frank Bär und Frau Dr. Mirjam Lang als Fachanwältin für Verwaltungsrecht mitgewirkt haben. Dort sind wesentliche Handlungsmuster aus Sicht des Abfallrechtes und des Bodenschutzes beschrieben.

Beziehen Sie kurzfristig Fachleute ein. Bedenken Sie, dass die Rechnung eines Dritten inclusive Ihrer Vergabekosten eher als Vergütung im Nachtrag anerkannt wird, als die Auflistung von Eigenleistungen, die oftmals als selbstverständliche oder ohnehin erforderliche Leistungen abgetan und dann nicht vergütet werden. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter durch die Einschaltung externer Berater als Unterstützung und erhöhen Sie die Auftraggeberzufriedenheit durch eine schnelle und professionelle Begleitung der Situation.

Wir stehen zur Verfügung. Rufen Sie uns an!

Dipl.-Ing.
Thomas Fröhner
Ingenieur für Erd- und Grundbau
Sachverständiger für Geotechnik
Baugrubenmanager

Weißeritzstraße 3
01067 Dresden
info@baugrubenmanager.com
+49 174 289 1628

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Die  Geotechniker an sich…

Den Begriff der Geotechnik kreierte wahrscheinlich Wilmar Fellenius im Jahre 1913 als verschiedene Böschungsbrüche an der schwedischen königlichen Eisenbahn zu untersuchen waren und dabei eine Gruppe von Ingenieuren mit speziellen Kenntnissen gebraucht wurden. In den Tagebaubetrieben der DDR mit Abbau auf Braunkohle war neben dem Begriff des Tagebaugeologen, des Tagebautechnologen die Berufsbezeichnung des Geotechnikers in reger Verwendung.

Außerhalb des Bergbaus lässt sich also sagen, dass es sich bei den Geotechnikern um Ingenieure des konstruktiven Ingenieurbaus handelt, deren besondere Ausbildung die Interaktion zwischen der Bauwerken und dem Baugrund betrifft. Daneben werden sie den Boden als Baustoff verwerten oder ggf. beseitigen und dabei die Stabilität, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit der Bauwerksinteraktion in den Blick nehmen.

Der Boden ist örtlich vorhandenen und lässt sich vom Geologen in seiner Genese beschreiben. Er liegt als ein Mehrphasensystem aus Bestandteilen unterschiedlicher Aggregatzustände vor. Er besteht aus Feststoffen, die auf festen Mineralen verschiedener chemisch-physikalischer Zusammensetzung bestehen. Er kann halbfeste Elemente enthalten. Also solche will ich hier z.B. Fasern verstanden wissen oder auch rheologisch zu beschreibende Stoffe wie Asphalt. Daneben hat der Boden Hohlräume zwischen den Körnern und in diesen können flüssige oder gasförmige Stoffe eingelagert sein. Daher reagiert Boden auch nicht wie ein homogener, isotroper, elastischer Stoff, was in Vereinfachung als Stoffgesetz, d.h. Zusammenhang zwischen Krafteintrag- Spannungsverteilung und Verzerrungszustand durchaus angenommen werden kann.

Das Festgestein hat zudem es auch aus mehreren Phasen besteht noch die Eigenschaften der Kornbindung und ggf. der Mikrorisse zur Beachtung. Hier sei mit den Eigenschaften Kornart, Kornbindung, Korngröße und Kornform bereits einmal auf die für Gewinnungsvorgänge bedeutsame Härte und Abrasivität als Eigenschaften verwiesen. Bei der Betrachtung von Festgesteinen im Verband ist dann noch das Trennflächengefüge entscheidend.

All das soll der Geotechniker vor allem nicht nur beschreiben können, sondern im Sinne der technischen Veränderungen zielorientiert die Bearbeitungs- bzw. Veränderungsvorgänge für Boden als Baugrund und Baustoff ausarbeiten. Dabei steht er im Zielkonflikt des Ingenieurs, der immer eine kostengünstige, zielführende/ qualitätsgerechte Lösung in einer definierten Zeit herstellen soll. Der Geotechniker ist also in seinem Feld für den goldenen Schnitt aus Kosten/ Qualität und Termin zuständig.

Der Geotechniker wird bei seiner Arbeit auch immer die vorhandenen Bauwerke in seinem Baufeld in die Betrachtungen einbeziehen. Nicht selten sind Nachbargebäude in ihrer Anzahl, Qualität und Art der Gründung bzw. Nutzung für das technische und technologische Design einer Bauaufgabe maßgeblich.

Nachfolgend nochmals eine Auflistung von Fachgebieten in denen der Geotechniker an der Schnittstelle zwischen Boden und Bauwerk beschlagen sein soll:

  • Ingenieurgeologie, Geophysik,
  • Erd- und Grundbau (Gewinnung, Verarbeitung, Transport, Aufbereitung, Mischung, Fundationen),
  • Fels-, Hohlraum und Tunnelbau,
  • Spezialtiefbau (Anker, Pfähle, Nägel, Mikropfähle, Injektionen, Vereisung),
  • Bodenverbesserung (Rüttelstopfsäulen, Rütteldrucksäulen, CSV-Säulen,
  • Boden- und Felsmechanik, Probengewinnung, Laborversuche, analytische und numerische Berechnungsverfahren, Feldversuche, Qualitätsprüfungen in situ
  • Lastermittlungen, Baustatik und Baudynamik,
  • Schwingungsausbreitung, Erdbebeningenieurwesen,
  • Bauen mit Geokunststoffen,
  • Stahlbetonbau im Grundbau,
  • geotechnische Messtechnik, Bauwerksüberwachung,
  • Grundwasserchemie, Geohydraulik.

Daneben ist ein Geotechniker auch als Begleiter im Rechtsraum des Bauens unentbehrlich. Er muss daher als Schnittstellenpartner für die öffentliche Verwaltung als Genehmigungsbehörde, die begleitenden Fachjuristen für Bau- und Architektenrecht, ggf. auch Miet- und Wohneigentumsrecht, Umwelt- und Vergaberecht als Partner Aufklärungs- und Erhellungsaufgaben übernehmen können. Dazu braucht er ein Schnittstellenwissen in folgenden Rechtsgebieten:

  • Bürgerliches Recht,
  • Bau- und Architektenrecht (HOAI, BauGB, BergG, ABbergV),
  • Bauordnungen der Länder,
  • Nachbarrecht,
  • Archäölogie,
  • Umweltrecht (Altlasten, Bodenschutz, Abfallrecht, Immissionsschutz),
  • Bauvertragsrecht, BGB, VOB, BaustellV, BaulärmVO,
  • Wasserrecht (WHG, Wassergesetze der Länder),
  • Baugrund- und Tiefbaurecht (Baugrund- und Systemrisiko),

Daneben ist dann noch eine sehr systematische und nachvollziehbare Arbeitsweise gefragt, die ein Geotechniker erlernen, einüben und pflegen muss. Er sollte desweiteren auch sehr kommunikativ sein und besonders geschult im Umgang mit Konflikten zwischen den Beteiligten im Projekt.

Ich erlaube mir hier anzuführen, dass ich über die beschriebenen Fähigkeiten eine Geotechnikers verfüge und sich Kunden und Mitstreiter von mir in gemeinsamer Arbeit durch Erfahrung überzeugt haben, dass dem so ist. Ich erlaube mir daher auf der Basis meiner Ausbildung als Bauingenieur an der TU Dresden, meiner derzeit 22 Jahre Berufserfahrung auf allen dargestellten Gebieten und wegen der regelmäßig besuchten Weiterbildungsveranstaltungen im Einvernehmen mit den durch die der DGGT Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. aufgestellten Regeln den Titel „Sachverständiger für Geotechnik“ zur führen und diesen Beruf auszuüben.

Ich bin Ingenieur für Er- und Grundbau und als solcher der Entwicklung von praktischen, kosteneffizienten, baulichen Lösungen für alle erdverbundenen und erdberührten Teile eines Bauwerkes , insbesondere für Baugrube und Gründung verpflichtet. Die Lösungen werden erdacht, berechnet, Kosten ermittelt, ausgeschrieben, Vertragsgestaltungen mit Ausführenden durch Leistungsverzeichnisse und Beschreibungen ermöglicht. Im Rahmen der Bauausführung übernehme ich Verantwortung als Bauüberwacher für die Spezialleistungen oder leite die Herstellung der Bauwerke oder Gründungen aktiv im Namen und für Rechnung des Bauherrn an (Fachbauleitung).Dabei übernehme ich auch Aufgaben der Vermessung, Beweissicherung, Absteckung, Qualitätsprüfung (z.B. Plattendruckversuche), Bauabrechnung und begleite die Abnahme und ggf. die Mängelverfolgung.

 

Rufen Sie mich jetzt an und binden verbindlich meine Kapazität für 2018!
Dipl.-Ing. Thomas Fröhner
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Grenzwandgründung als Mehrwert

Wenn der Eigentümer eines Nachbargrundstückes des Baugrundstückes es verlangt, ist eine Grenzwand, also die Bebauung auf bzw. in unmittelbarer Nähe der Grundstücksgrenze, so zu errichten, dass sich später bei der weiteren Bebauung auf dem Grundstück des Nachbarn zusätzlicher Aufwand vermeiden lässt. Der Bauherr muss die Errichtung einer Grenzwand dem Nachbarn in jedem Fall anzeigen. Daraufhin, kann der Nachbar mit einer Frist von 2 Monaten ab Zugang der Anzeige verlangen, dass die Grenzwand besonderen Anforderungen zu genügen hat. Dazu ist dem Nachbarn mit einem Lageplan und genauen Bauplänen darzustellen, wie die Grenzwand nach der Planung des Bauherrn aussehen und beschaffen sein soll. Dann sollte eine nachbarrechtliche Vereinbarung zur Baumaßnahme abgeschlossen werden, die auch diesen Tatbestand hinreichend umfassen sollte. Dabei ist denkbar, dass bei Nachbarn eine Grenzwand sofort so errichten, dass sie auch dem Nachbarn für spätere Baumaßnahmen nützt, d.h. insbesondere auch Mehrkosten vermeidet.

In der nachfolgenden Grafik stelle ich die einzelnen Arten von Nachbarn dabei dar, so dass mit den Begrifflichkeiten für diesen Beitrag eine gewisse Klarheit geschaffen werden kann.

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Abb. 1 – Nachbarrechtliche Begriffe

Zu sehen ist am Bild, dass doch eine Menge Arbeit erforderlich ist, um die nachbarrechtlichen Verhältnisse, wie hier z.B. die Art und Form von Grenzbebauung bzw. Grenzwand und vor allem auch deren Gründungsart und Gründungstiefe zu entwerfen und mit den Nachbarn abzustimmen.

Das Nachbarrecht folgt in allen Bundesländern einer weitgehend einheitlichen Rechtsauffassung auch wenn die Nachbargesetze der Länder eine eigene Spezifik haben. Ich zitiere hier aus SaarNachbG § 5 Tiefere Gründung: „Soll eine Nachbarwand errichtet werden, so kann der Nachbar von ihrem Erbauer bis zur Einreichung des Bauantrages verlangen, dass dieser die Gründung so tief legt, wie es erforderlich ist, um bei Errichtung eines baurechtlich zulässigen Gebäudes auf dem Nachbargrundstück die Nachbarwand zu benutzen. Er hat ihm in diesem Falle die entstandenen Mehrkosten zu erstatten.“

Der Nachbar hat also in einer sehr begrenzten Zeit abzuwägen, welche Forderungen er für die zukünftig vorgesehene oder auch in Zukunft sinnvoll mögliche Bebauung seines Grundstückes  stellen will. Damit verbunden sein kann eine bedeutsame Wertminderung oder auch Werterhöhung des dem Nachbarn eigenen Grundstücks. Dazu kann der Nachbar den Entwurf zur Grenzwand einem Ingenieur für Erd- und Grundbau zu Begutachtung vorlegen. Gemeinsam sind dann realistische Szenarien auszuarbeiten, die bei entsprechender Gestaltung der Grenzwand zukünftige Mehrkosten vermeiden und im Rahmen der anstehenden Baumaßnahme dem Eigentümer des Nachbargrundstückes einen Vorteil verschaffen können. Die dafür anfallenden Kosten sind meistens anteilig oder sogar vollständig vom Bauherrn erstattungsfähig. Schließlich kann der Nachbar ja einen Sachverstand zur Beurteilung der baulichen Situation hinzuziehen.

In erster Linie sind also die Nachbarn (Nr. 2 in der Grafik, die öffentlichen Nachbarn mit Nr. 3 in der Grafik und die Punktnachbarn mit Nr. 4 in der Grafik) in die Art und Weise der Sicherung der Grenzbebauung einzubeziehen. Jeder dieser Nachbarn kann erwarten, dass die Grenzwand und ihre Gründung für seine zukünftigen Baumaßnahmen Vorteile gewinnen lässt. Sie soll z.B. die Baugrubensicherung entfallen lassen, den direkten Anbau mit einem Gebäude ermöglichen, ggf. bereits als Außenwand eines Gebäudes dienen, Teil einer wasserdichten Kellerbebauung bzw. Tiefgarage werden, einen sicheren Kranstandort ermöglichen, die Tiefgründung eines Treppenhauses sichern usw..

Als Nachbar haben sie nun die Möglichkeit dem Bauherrn ihre Wünsche und Vorstellungen zu unterbreiten und eine Berücksichtigung einzufordern. Damit beginnt die zweimonatige Frist in der Regel neu zu laufen, weil ein neuer Entwurf der Gründung mit Ausarbeitungen vom Bauherrn vorgelegt werden muss, der die nachbarrechtlichen Wünsche berücksichtigt.

Als Sachverständiger für Geotechnik empfehle ich, dass bereits bei der Festlegung des Umfanges der Baugrunduntersuchung nach DIN 4020 eine Abstimmung mit dem Nachbarn zu dessen Vorstellungen von der Grenzbebauung und zu seinen Plänen für die zukünftige Bebauung des Nachbargrundstückes eingeholt wird. Nur dann kann Umfang und Tiefe der direkten Baugrunderkundungen/ Baugrundaufschlüsse festgestellt werden und eine zeitverzögernde Nacherkundung ist zu vermeiden.

Die gemeinsame Interessenerkundung der Nachbarn mit dem Bauherrn unter ingenieurtechnischer Begleitung und kommunikativer Steuerung ist häufig eine Schlüsselkomponente für den nachbarlich gesicherten Erfolg des Bauvorhabens ohne Zeitverzögerungen und gleichzeitig wird bei optimaler Gestaltung der Grenzbebauung und der annähernden Bebauung ein Mehrwert für den Bauherrn und alle Nachbargrundstücke geschaffen.

Für die Begleitung dieser Art von Bauvorhaben stehe ich zur Verfügung.
Rufen Sie mich an unter 01742891628 oder senden Sie mir eine
Email an info@baugrubenmanager.com.

Wir verantworten Ihre Baugrube und Gründung schlüsselfertig.

Dipl.-Ing. Thomas Fröhner

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Idee zum Baugrubenmanager

Wieder einmal saß ich bei Olaf und habe einen großen Auftrag für einen bedeutenden GU kalkuliert und erdbautechnisch aufbereitet. Jedes Mal stößt mir dann auf, was alles fehlt. Die Vermessung ist nicht dabei. Die Ausschreibung nicht transparent. Die Verbauplanung soll der AN machen. Die Erdmengen sind nicht nachvollziehbar ermittelt… Genug gemeckert. Mach`s einfach besser. Bauherren freuen sich auf ihr Haus oder die Rendite am Abschluss eines Objektes oder den Kaufpreis zufriedener Käufer.

Aber immer wieder stehen sie zum Baubeginn mit den Plänen und Visualisierungen vor einem tollen Bauschild und geben dem Unternehmer die Hand und wünschen sich einen reibungslosen, termingerechten Bauablauf.

Dann kommt der Unternehmer mit den Bedenken um die Ecke. Der Baugrund ist nicht hinreichend erkundet. Er hat noch Altmaterial gefunden, das entsorgt werden muss – als Abfall. Es gibt noch Hindernisse aus früherer Grundstücksnutzung. Die Verbauart ist mit der Nachbarbebauung nicht recht verträglich. Nachbarrechtliche Genehmigungen decken nicht alle Beeinflussungen der Nachbargrundstücke ab. Das Grundwasser ist für den Beton ggf. aggressiv. Die Gründungsart passt nicht ganz zu Baugrund, Baugrube und Nachbarbebauung. Die Anschlüsse der Ver- und Entsorgungsleitungen sind nicht koordiniert. Es wird teurer. Der Unternehmer hat Bedenken und meldet wegen fehlender planerischer Vorleistung Behinderung an. Es gibt Verzögerung und Diskussionen.

Der Architekt hat ein tolles Haus geplant. Der Statiker hat das Tragwerk berechnet. Der Prüfingenieur hat geprüft und den grünen Stempel gegeben. Der Baugrundgutachter hat Aufschlüsse gemacht und seiner Aufgabenstellung gemäß einen Geotechnischen Bericht verfasst. Alle haben alles richtig gemacht und doch gibt es Ärger.

Bei Baumaßnahmen beginnt alles in der Erde. Die Gründung muss auf Tiefe der Kellersohle hergestellt und mit dem Baugrund kraftschlüssig verbunden werden. Damit ist dann bei jedem Bauvorhaben ob Brücke, Stützmauer, Wohngebäude, Halle, Rohrleitung, Deich, Staudamm… der Lastabtrag aller aufgehenden Bauteile sichergestellt. Dafür muss der Boden entweder qualifiziert tragfähig sein oder aber verbessert werden. Manchmal kommt dabei nur ein Abtrag der Lasten in tiefere Schichten in Frage. Und das alles muss erdacht, gezeichnet, berechnet, technologisch geplant, ausgeschrieben und sicher ausgeführt und überwacht werden. Dafür braucht es einen interdisziplinäre Fachmann, der keinen Anspruchsteller (Stakeholder) vergisst – den baugrubenmanager.

Geht das überhaupt? Will das einer haben? Es gibt doch Fachleute für alles. Architekten binden Vermesser, Baugrundfachleute, Altlastenexperten, Rechtsanwälte, Tiefbauplaner, Grundbauingenieure etc. in die Projekte ein. Projektmanager überwachen die Planer. Bauüberwacher überwachen die Bauausführenden. Fachbauüberwacher gehen den Bauüberwachern zur Hand usw.. Wo ist da ein Bedarf?

Es besteht der Bedarf, alles in einem Kopf und in einem Guss und in einem Datenmodell, an einem Ort für alle Beteiligten transparent zusammenzuführen, Konflikte zu erkennen, Lücken zu füllen, Widersprüche aufzuklären, die Informationen zielsicher zu qualifizieren und dabei mit allen Beteiligten an den Schnittstellen verlustfrei und harmonisch zu kommunizieren. Das macht der baugrubenmanager.

Der Baugrubenmanager liefert die Baugrube schlüsselfertig.

  • Alle Leistungen aus einer Hand von der Bedarfsanalyse bis zur Enddokumentation.
  • Datenbestände harmonisiert, ein Datenmodell, BIM-Ansatz.
  • Eine Verantwortung und eine Haftung.
  • Risikominimiert durch Risikomanagement.
  • Kostenminimiert durch Kostenmanagement.
  • Termintreu durch Terminmanagement.

Die Baugrund- und Standortbedingungen kann der Bauherr nur wählen und dann damit leben. Der Baugrubenmanager kann die Baugrube und die Gründung des Bauwerkes baugrund- und standortoptimal gestalten.

Rufen Sie mich bitte an unter 0174 289 1628 oder senden Sie mir bitte Eine Email unter info@baugrubenmanager.com.

Wir verantworten Ihre Baugrube und Gründung schlüsselfertig.

Dipl.-Ing. Thomas Fröhner

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