FAIR GmbH – Darmstadt, Baugruben

b_IMG-0525
Abb. 1: Panoramablick über die Baustelle  nach Osten

Baugrubenmanager ist am Bau des Teilchenbeschleunigers der FAIR GmBH in Darmstadt als Realisierungsmanager BAUGRUBE über Drees & Sommer für die Projektleitung von FAIR Site & Buildings engagiert.

Kern der Anlage ist ein unterirdischer – rund 20 Meter unter der Geländeoberkante liegender – Doppelringbeschleuniger mit einem Umfang von rund 1,1 Kilometern. Wegen der Anforderungen des Strahlenschutzes sind die Wand- und Deckenstärken der Bauwerke teilweise bis zu mehrere Meter dick.

Die Baugruben werden im Schutze einer Teilabsenkung des Grundwasserspiegels mit Trägerbohlwand und Bohrpfahlwand bei insgesamt 4 Lagen Rückverankerungen mit Verpressankern nach DIN EN 1537 aufgefahren. Dabei wird ca. 1,0 Mio. m³ Boden gefördert und auf Bodenmieten aufgehaldet. Das gehobene Wasser wird in den Grundwasserleiter zurückgespeist (Infiltration). In der Baugrube begrenzen Entspannungsbrunnen den Strömungsdruck. Das gehobene Wasser wird über eine Bauwasserreinigungsanlage der Vorflut zugeführt.

Bild | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Fahrspurtiefe / Verdichtungsgrad

Für ein Erdstoffzwischenlager mit Aufhaldung bis zu 15 m über Gelände und großem Einbauvolumen ist es erforderlich, die Verdichtungsgrade des mit Kalk bodenverbessert eingebauten Materials zu prüfen und so auch einen Rückschluss auf die erreichten Tragfähigkeiten der Fahrwege auf der Halde und die Scherfestigkeit des Erdstoffs zu ermöglichen.

Ein Nachweis mit Dichteprüfungen z.B. Densitometerversuch oder Ersatzverfahren in einem engen Raster ist wegen der Größe der Flächen und der Kosten wenig praktikabel und unwirtschaftlich. Die Ausführung von statischen Plattendruckversuchen erfordert vor der Versuchsdurchführung eine hinreichende Konsolidationszeit des Erdstoffs nach dem letzten Verdichtungsgang. In der Regel ist die Schüttlage dann bereits wieder überbaut.

spurrinne4

Es wurde daher empfohlen, die Fahrspurrinnentiefe eines Belastungsfahrzeuges auf einem Probefeld anhand von 5 Stück Messquerschnitten zu den erreichten Trockenrohdichten in Beziehung zu setzen. Das Fahrzeug VOLVO A25 D fährt also voll beladen mit Schrittgeschwindigkeit über die Fläche.

spurrinne3

Die Fahrspurrinnentiefe wird gemessen. In jedem Messquerschnitt wird ein Densitometerversuch ausgeführt. Zusätzlich wurde Probenmaterial für die Bestimmung weiterer bodenmechanischer Parameter gewonnen.

spurrinnen2

Für die tägliche Prüfung des Poliers vor Ort und die schnelle Kontrolle durch die geotechnische Fachbaubegleitung sollte eine weitere Feldprüfmethode gefunden werden. Es wurde daher der Eindringwiderstand eines Taschenpenetrometers auch auf die Spurrinentiefe und den Verdichtungsgrad bezogen. Es kann also einfach das Penetrometer in den Untergrund definiert eingedrückt werden. Sind dann Qup > 400 kN/m² erreicht, kann auf eine wahrscheinlich hinreichende Verdichtung in erster Näherung geschlussfolgert werden. Andernfalls sind weitere Walzenübergänge oder eine Einstellung des Wasser- bzw. Kalkgehaltes vorzunehmen.

Spurrinnen1

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Erdbetonstützscheiben anstatt Entsorgungskosten

Das Thema:
Beim Bau eines Einfamilienhauses mit 100 m² Grundfläche einer Bodenplatte aus Stahlbeton über einer geplanten Polsterschicht von 0,50 m Kies-Sand-Gemisch der Körnung 0/32 wurde eine ca. 1,00 m starke Auffüllung aus Recyclingmaterial mit Ziegelbruch versetzt angetroffen. Die Einstufung ergab eine Klasse „>Z2“ nach LAGA M20 und eine Einstufung als gefährlicher Abfall aus Bauschutt mit Schlüsselnummer 170106*. Die Entsorgungsmenge belief sich auf 280 Tonnen. Der Einheitspreis für Entsorgung und Aushub wurde mit 48 Euro pro Tonne angegeben. Damit beliefen sich die kumulierten Kosten auf 15.500 Euro (netto) bis zur Unterkante der Sauberkeitsschicht. Das Problem bedrängte das Budget des Bauherrn erheblich.

stuetzscheibe

Abb. 1: Erdbetonstützscheiben als Gründung

Die Lösung:
Es wurden Erdbetonstützscheiben aus dem örtlich angetroffenen Material als Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Wieviele Verdichtungskontrollen sind pro 1000 m² nach ZTVE-StB auszuführen?

In fast allen Bauvorhaben des Tief- und Straßenbaus wird die Geltung der ZTVE-StB vertraglich vereinbart. Wenn dann die Abnahmebedingungen für die Qualität der einzelnen Bauten festgelegt und später auf Annahme überprüft werden, sind Abweichungen und Unklarheiten anzutreffen.

img_1870.jpg

Abb 1: Verdichtungskontrolle mit dem statischen Plattendruckversuch nach DIN 18134

Nach ZTVE-StB werden im Kapitel 14 drei verschiedene Methoden für das Prüfen der Verdichtungskennwerte beschrieben. Dabei ist hier nicht von Prüfverfahren die Rede, sondern die Methode bezeichnet hier eine systematische Vorgehensweise, mit der die Qualität der Prüflose getestet wird. Hier möchte ich nur auf das Vorgehen nach einfachem Prüfplan – Methode M1 – eingehen.

Es wird immer ein Prüflos beurteilt, wobei damit eine Schicht/ Schüttlage gemeint ist, die unter einheitlichen Bedingungen bearbeitet wird und für die einheitliche Anforderungen gelten. Das Prüflos muss flächenmäßig genau abgegrenzt werden. Sein Flächeninhalt ist zu messen. Dann sind die Prüflose mit dem Auftraggeber bzw. dem Bauüberwacher eindeutig festzulegen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

BIM für Baubetriebe – sinnvoll?

BIM (Building Information Modelling) wird vielerorts als Zukunft des Bauens bzw. Standars des Bauens 4.0 beschworen. Für jeden Gesellschafter, Geschäftsführer in einem Baubetrieb ist klar, dass an der Digitalisierung niemand vorbei kommt. Denn: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“. Nun ist allerdings nicht so richtig klar, womit Nutzen erzeugt werden kann, der die nicht unbedeutenden Investitionen in die Technik und Ausbildung der Mitarbeiter rechtfertigt. Mit einem Gebäudemodell allein ist auch bei guter Attributierung noch kein Nutzen im Baubetrieb gestiftet.

20171120_-seite001.png

Abb 1: Beste Nutzenbereiche für BIM im Baubetrieb

Anhand der Auswertung internationaler Studien und Erfahrungen kann gezeigt werden, welche Kernaufgaben mit einem neuen Prozessdesign versehen auch Nutzen stiften können. Man geht davon aus, dass folgende Ziele erreichbar sind:

  • Reduktion der Kosten im Unternehmen um ca. 5%  → Erhöhung EBIT um + 5 %,
  • Beschleunigung der Ausführungszeit einer Baumaßnahme um 5%→ mehr Cash pro Zeiteinheit (höherer Cash-Flow),
  • Erhöhung der Arbeitsproduktivität je Mitarbeiterstunde um 25% → Einsparung von 25% Mitarbeiterzeit,
  • Veränderung der Personalstruktur, → Kompensation von Fachkräftemangel
  • Erhöhung des Vorfertigungsgrades und der Auslagerung von Spezialleistungen um 25% → Kompensation von Fachkräftemangel,
  • Konzentration auf Kernkompetenz (Spezialisierung),
  • Risikoreduktion in allen Risikofeldern
  • Höhere Chancennutzung z.B. für Zusatzverkäufe, → You get, what you see!

Soweit für heute…

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

3D-Baugrubenplanung

Für die Öffentlichkeitsarbeit und die Darstellung der nachbarlichen Inanspruchnahme von Grundstücken bei Tiefbau- und Spezialtiefbauarbeiten, ist eine Darstellung der geplanten Situation für Laien und Fachleute sehr hilfreich. Mit den dynamischen Komponenten z.B. für Spundwände, Rückverankerungen und Trägerbohlwände ist eine 3D-Planung innerhalb kurzer Zeit und damit auch sehr kostengünstig möglich.

20171119_Test_2

Abb 1: Beispielbild für einen Kanalbau, der mit Spundwänden gesichert in 5,00 m Teufe vor einem Haus erfolgen soll. Der Anwohner erkennt sein Haus an der Fotodarstellung. Drehung und Abstandsnachweise sind am 3D-Modell möglich.

Dabei kann zusätzlich die Baustelleneinrichtungsplanung erfolgen und die Andienung der Baustelle mit Erdbautechnik, Großgeräten, Kranstandorten und Zufahrtrampen mit dargestellt werden. So ist die Planung auch für die Arbeitsvorbereiter, die Bauleiter und Poliere sinnvoll.

Buchen Sie uns…

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Einfamilenhaus ist immer GK 1 ?

Ein Einfamilienhaus wird häufig vom geotechnischen Anspruch her als Kleinbauwerk abgetan. Es soll schon Bauherren gegeben haben, die auch auf ein Baugrund- bzw. Bodengutachten verzichten wollten. Dem Wunsch, Kosten zu sparen, sollte jedoch der geotechnische Sachverstand nicht zum Opfer fallen. Tragwerksplaner und Architekten werden daher dem Bauherrn grundsätzlich zu einer Bodenuntersuchung und Gründungsempfehlung raten. Das sicherlich nicht nur aus dem eigenen Schutz und den möglichen Haftungsfolgen heraus. Ein Baugrundgutachten kostet i.d.R. nur ca. 0,5 % bis 1,0 % der Bausumme und lässt am Bau Beteiligte deutlich ruhiger schlafen.

house-construction-1407480_1280

Abb. 1: Einfamiliernhausbau mit Mobilkraneinsatz

Hier wird nun der Frage nachgegangen, ob ein Einfamilienhaus immer in die Geotechnische Kategorie 1 – einfache geotechnische Verhältnisse – eingestuft werden kann und deshalb dann auch die Erkundung, Probenahme und die geotechnischen Berechnungen/ Berichte einfach und preisgünstig ausfallen können. Oder sind auch Situationen denkbar, bei denen mehr geotechnischer Sachverstand und ein geotechnischer Entwurfsbericht nach DI EN 1997-1 erforderlich werden.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Für Bauvorhaben privater Bauherren wie EFH, MFH, Gewerbebau:

  • Baugrunduntersuchung,
  • Baugrund- / Bodengutachten,
  • Gründungsberatung,
  • Versickerungsgutachten,
  • Pläne Entwässerung und Tiefbau,
  • Bauleitung und Abnahme für
    Baugrube, Gründung, Tiefbau.

20171113_flyer_GEO-Seite001

Preisliste auf https:\\baugrubenmanager.com
Buchen Sie meine Leistungen ab sofort für 2018!

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Von der Erwartung abweichende Baugrundbedingungen! – Und jetzt?

Wenn das bauausführende Unternehmen eine Besonderheit bzw. von den Erwartungen abweichende Tatsachen im Bereich des Baugrundes feststellt, gilt es einen prinzipiell immer gleichen Ablauf zu absolvieren.

Hier eine nicht abschließender Liste möglicher abweichender Baugrundbedingungen:

  • Die chemischen, physikalischen oder geotechnischen Boden-, Fels-, Gebirgs- bzw. Baugrundeigenschaften entsprechen nicht den  erwarteten Bedingungen.
  • Nach ATV DIN 18299, Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art, Abschnitt 3.3: “Werden Schadstoffe vorgefunden, z.B. in Böden, Gewässern, Stoffen oder Bauteilen, ist der Auftraggeber unverzüglich zu unterrichten.”
  • Nach ATV DIN 18320 Landschaftsbauarbeiten, Abschnitt 3.1.4: “Werden nicht angegebene Leitungen, Kabel, Dräne, Kanäle, Bauwerksreste, Vermarkungen, Hindernisse und dergleichen angetroffen,…”
  • Nach ATV DIN 18308 Drän- und Versickerarbeiten, Abschnitt 3.1.5: “Werden unvermutet Hohlräume oder Hindernisse angetroffen, z.B. Leitungen, Kabel, Dräne, Kanäle, Vermarkungen, Bauwerksreste…”
  • Nach ATV DIN 18305 Wasserhaltungsarbeiten, Abschnitt 3.1.3: “Boden- und Wasserverhältnisse, die von den Angaben in der Leistungsbeschreibung abweichen, sind dem Auftraggeber unverzüglich mitzuteilen.”
  • Nach DIN ATV 18300 Erdarbeiten, Abschnitt 3.5.2: “Ergibt sich während der Ausführung von Böschungen die Gefahr von Rutschungen oder Erosionen, hat der Auftragnehmer unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zur Verhütung von Schäden zu treffen und dies dem Auftraggeber unverzüglich mitzuteilen.”

Abb.1 : Bauschutt und Gründungsbauteile, hoher Grundwasserstand anstatt lehmigem Boden

Der Auftraggeber der Bauleistung und nicht allein der Bauüberwacher oder das Planungsbüro sind darüber nachweislich zu unterrichten. Der Auftraggeber trägt die Verantwortung für die örtlichen Verhältnisse auf der Baustelle, auch wenn er die Aufgaben an Erfüllungsgehilfen bzw. Dienstleister delegiert hat. Der Auftraggeber ist der Besteller des Werkes und er muss ggf. dann notwendige Anpassungen an der Art der Ausführung bzw. am Bauvertrag veranlassen, die unter Umständen Kosten verursachen und die Bauzeit beeinflussen.

Der Auftragnehmer muss Maßnahmen zur Absicherung der Leistungen ergreifen. Das heißt, dass er dem Grunde nach alles tun muss, damit die Bauleistung erbringbar bleibt, deren Erstellung gefördert wird und gleichzeitig von den erkannten Umständen keine Gefahr oder schädliche Einwirkung auf das Bauwerk, die Baustelle oder auch auf Personen im Umfeld order das Eigentum Dritter ausgeht.

DIN ATV 18299 schreibt in Abschnitt 3.3 : “Bei Gefahr im Verzug hat der Auftragnehmer die notwendigen Sicherungsmaßnahmen unverzüglich durchzuführen. Die gemeinsamen Maßnahmen sind gemeinsam festzulegen. Die getroffenen und die weiteren Maßnahmen sind besondere Leistungen.”

Bei Abweichungen von den in den Vertragsunterlagen beschriebenen Verhältnissen im Baugrund, beim Antreffen von Abfällen im Baugrund, organoleptisch auffälligen Bereichen (z.B. es riecht oder schmeckt komisch bzw. Farbe und oder Konsistenz sind bedenklich) oder anderweitig geänderten Baugrundverhältnissen sollte dabei auch BGB  § 906 mit zur Beachtung hinzugezogen werden, in dem es heißt:

“ Der Eigentümer eines Grundstücks kann die Zuführung von Gasen, Dämpfen, Gerüchen, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusch, Erschütterungen und ähnliche von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen insoweit nicht verbieten, als die Einwirkung die Benutzung seines Grundstücks nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt. Eine unwesentliche Beeinträchtigung liegt in der Regel vor, wenn die in Gesetzen oder Rechtsverordnungen festgelegten Grenz- oder Richtwerte von den nach diesen Vorschriften ermittelten und bewerteten Einwirkungen nicht überschritten werden.  Gleiches gilt für Werte in allgemeinen Verwaltungsvorschriften, die nach § 48 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erlassen worden sind und den Stand der Technik wiedergeben. Das Gleiche gilt insoweit, als eine wesentliche Beeinträchtigung durch eine ortsübliche Benutzung des anderen Grundstücks herbeigeführt wird und nicht durch Maßnahmen verhindert werden kann, die Benutzern dieser Art wirtschaftlich zumutbar sind. Hat der Eigentümer hiernach eine Einwirkung zu dulden, so kann er von dem Benutzer des anderen Grundstücks einen angemessenen Ausgleich in Geld verlangen, wenn die Einwirkung eine ortsübliche Benutzung seines Grundstücks oder dessen Ertrag über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtigt.
Die Zuführung durch eine besondere Leitung ist unzulässig.”

Was heißt das genau? Der Bauleiter des bauausführenden Unternehmens kann die Auswirkungen seiner Entdeckungen in der Regel nicht sofort und nicht vollumfänglich einschätzen und beurteilen, ob er in den Schranken der Unerheblichkeit und der Duldungspflicht der Nachbarn und Dritter Grundstückseigentümer bleibt. Er zieht hier ggf. fremden Rat hinzu. Bis zur getroffenen Entscheidung des AG und seiner Berater sichert er den Bereich z.B. durch Abdeckung mit Folien, Überschüttung mit Erdstoff, Abgrenzung mit Bauzaun etc.. Diese Sofortmaßnahmen sind Besondere Leistungen im Sinne der VOB/C und somit auch zusätzlich vergütungspflichtig für den Bauherrn. Ein Hinweis des Ausführenden an den Bauherrn kann also zur Untermauerung der Dringlichkeit der Entscheidungsfindung wie folgt dienen.

Abb 2: Boden mit Anteil von mehr als 10% Fremdbestandteilen gilt als Bauschutt und ist ggf. nach der Gewerbeabfallverordnung zu behandeln

“…. Die angetroffenen Verhältnisse sind durch unser Baustellenpersonal hinsichtlich der Auswirkungen nicht einschätzbar. Wir weisen darauf hin, dass aus dem beschriebenen organoleptisch auffälligen Bereich heraus Einwirkungen auf Dritte entstehen können, insbesondere auch auf Personen, Güter, Nachbar- und Drittgrundstücke für die diese über eine nur unwesentliche Beeinflussung hinausgehen können. Wir werden Sofortmaßnahmen nach unserem Verständnis zur Minderung der Auswirkungen ergreifen.”

Der nächste Schritt ist die gemeinsame Vereinbarung weiterführender Maßnahmen. Dabei ist in erster Linie der Auftraggeber gefordert. Er hat die Pflicht zur Anordnung. Hier sei darauf verwiesen, dass die Absätze der VOB/C noch klarer die Mitwirkungspflichten des AG in den einzelnen Gewerken untermauern als allein der Wortlaut in VOB/B. Die Anpassungen am Vertragsinhalt, die auszuführenden Arbeitspakete und die Verantwortlichkeiten sind im Rahmen der Anordnungen des AG exakt zu definieren. Der Arbeitsschutz und Auswirkungen auf andere Unternehmer sind dringend zu beachten.

Abschließend ist dann die finale Klärung herbeizuführen, indem der Bauausführende die Bauleistungen nach den Festlegungen erbringt, sie durch den Bauherrn abnehmen lässt, Prozess und Ergebnis hinreichend dokumentiert. Die Vergütungsanpassung für die Sofortmaßnahmen, das Handling der Besonderen Situation (Gutachter, eigenes Personal, Fahrtkosten, Beratungskosten, Angebotseinholung,…) und die zu erbringenden Besonderen Leistungen nach gemeinsamer Leistungsdefinition sollte nach Möglichkeit vor Abschluss der Arbeiten erfolgen. Hier wird anwaltlicher Rat regelmäßig dahingehend erteilt, dass der Auftragnehmer die Ausführung für den Erfüllung des ursprünglichen Bauvertrages erforderliche Leistungen nicht verweigern darf, auch wenn seine Vergütung für zusätzliche bzw. geänderte Leistungen noch nicht geklärt ist. Für eine solche Verweigerung bestehen sehr enge juristische Grenzen.

Fassen wir hier die Schritte zusammen:

  1. Information des Bauherrn,
  2. Sofortmaßnahmen zur Schadens- bzw. Einwirkungsvermeidung/ -begrenzung,
  3. Definition der Arbeitspakete und Verantwortlichkeiten gemeinsam mit dem und wirksam autorisiert durch den Bauherrn, Angebot zur Vergütungsanpassung seitens des Auftragnehmers,
  4. Ausführung, Abnahmeersuchen, Abnahme und Dokumentation,
  5. Abschließendes Aufmaß und engültige Vergütungsklärung.

Verwiesen wird hier explizit auf das Merkblatt “Rechtssicherer Umgang mit Abfällen im GaLaBAu” welches vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.  im September 2016 herausgegeben wurde und an dem die BAeR – Agentur für Bodenaushub GmbH, Herr Prof. Dr. rer. nat. Frank Bär und Frau Dr. Mirjam Lang als Fachanwältin für Verwaltungsrecht mitgewirkt haben. Dort sind wesentliche Handlungsmuster aus Sicht des Abfallrechtes und des Bodenschutzes beschrieben.

Beziehen Sie kurzfristig Fachleute ein. Bedenken Sie, dass die Rechnung eines Dritten inclusive Ihrer Vergabekosten eher als Vergütung im Nachtrag anerkannt wird, als die Auflistung von Eigenleistungen, die oftmals als selbstverständliche oder ohnehin erforderliche Leistungen abgetan und dann nicht vergütet werden. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter durch die Einschaltung externer Berater als Unterstützung und erhöhen Sie die Auftraggeberzufriedenheit durch eine schnelle und professionelle Begleitung der Situation.

Wir stehen zur Verfügung. Rufen Sie uns an!

Dipl.-Ing.
Thomas Fröhner
Ingenieur für Erd- und Grundbau
Sachverständiger für Geotechnik
Baugrubenmanager

Weißeritzstraße 3
01067 Dresden
info@baugrubenmanager.com
+49 174 289 1628

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Die  Geotechniker an sich…

Den Begriff der Geotechnik kreierte wahrscheinlich Wilmar Fellenius im Jahre 1913 als verschiedene Böschungsbrüche an der schwedischen königlichen Eisenbahn zu untersuchen waren und dabei eine Gruppe von Ingenieuren mit speziellen Kenntnissen gebraucht wurden. In den Tagebaubetrieben der DDR mit Abbau auf Braunkohle war neben dem Begriff des Tagebaugeologen, des Tagebautechnologen die Berufsbezeichnung des Geotechnikers in reger Verwendung.

Außerhalb des Bergbaus lässt sich also sagen, dass es sich bei den Geotechnikern um Ingenieure des konstruktiven Ingenieurbaus handelt, deren besondere Ausbildung die Interaktion zwischen der Bauwerken und dem Baugrund betrifft. Daneben werden sie den Boden als Baustoff verwerten oder ggf. beseitigen und dabei die Stabilität, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit der Bauwerksinteraktion in den Blick nehmen.

Der Boden ist örtlich vorhandenen und lässt sich vom Geologen in seiner Genese beschreiben. Er liegt als ein Mehrphasensystem aus Bestandteilen unterschiedlicher Aggregatzustände vor. Er besteht aus Feststoffen, die auf festen Mineralen verschiedener chemisch-physikalischer Zusammensetzung bestehen. Er kann halbfeste Elemente enthalten. Also solche will ich hier z.B. Fasern verstanden wissen oder auch rheologisch zu beschreibende Stoffe wie Asphalt. Daneben hat der Boden Hohlräume zwischen den Körnern und in diesen können flüssige oder gasförmige Stoffe eingelagert sein. Daher reagiert Boden auch nicht wie ein homogener, isotroper, elastischer Stoff, was in Vereinfachung als Stoffgesetz, d.h. Zusammenhang zwischen Krafteintrag- Spannungsverteilung und Verzerrungszustand durchaus angenommen werden kann.

Das Festgestein hat zudem es auch aus mehreren Phasen besteht noch die Eigenschaften der Kornbindung und ggf. der Mikrorisse zur Beachtung. Hier sei mit den Eigenschaften Kornart, Kornbindung, Korngröße und Kornform bereits einmal auf die für Gewinnungsvorgänge bedeutsame Härte und Abrasivität als Eigenschaften verwiesen. Bei der Betrachtung von Festgesteinen im Verband ist dann noch das Trennflächengefüge entscheidend.

All das soll der Geotechniker vor allem nicht nur beschreiben können, sondern im Sinne der technischen Veränderungen zielorientiert die Bearbeitungs- bzw. Veränderungsvorgänge für Boden als Baugrund und Baustoff ausarbeiten. Dabei steht er im Zielkonflikt des Ingenieurs, der immer eine kostengünstige, zielführende/ qualitätsgerechte Lösung in einer definierten Zeit herstellen soll. Der Geotechniker ist also in seinem Feld für den goldenen Schnitt aus Kosten/ Qualität und Termin zuständig.

Der Geotechniker wird bei seiner Arbeit auch immer die vorhandenen Bauwerke in seinem Baufeld in die Betrachtungen einbeziehen. Nicht selten sind Nachbargebäude in ihrer Anzahl, Qualität und Art der Gründung bzw. Nutzung für das technische und technologische Design einer Bauaufgabe maßgeblich.

Nachfolgend nochmals eine Auflistung von Fachgebieten in denen der Geotechniker an der Schnittstelle zwischen Boden und Bauwerk beschlagen sein soll:

  • Ingenieurgeologie, Geophysik,
  • Erd- und Grundbau (Gewinnung, Verarbeitung, Transport, Aufbereitung, Mischung, Fundationen),
  • Fels-, Hohlraum und Tunnelbau,
  • Spezialtiefbau (Anker, Pfähle, Nägel, Mikropfähle, Injektionen, Vereisung),
  • Bodenverbesserung (Rüttelstopfsäulen, Rütteldrucksäulen, CSV-Säulen,
  • Boden- und Felsmechanik, Probengewinnung, Laborversuche, analytische und numerische Berechnungsverfahren, Feldversuche, Qualitätsprüfungen in situ
  • Lastermittlungen, Baustatik und Baudynamik,
  • Schwingungsausbreitung, Erdbebeningenieurwesen,
  • Bauen mit Geokunststoffen,
  • Stahlbetonbau im Grundbau,
  • geotechnische Messtechnik, Bauwerksüberwachung,
  • Grundwasserchemie, Geohydraulik.

Daneben ist ein Geotechniker auch als Begleiter im Rechtsraum des Bauens unentbehrlich. Er muss daher als Schnittstellenpartner für die öffentliche Verwaltung als Genehmigungsbehörde, die begleitenden Fachjuristen für Bau- und Architektenrecht, ggf. auch Miet- und Wohneigentumsrecht, Umwelt- und Vergaberecht als Partner Aufklärungs- und Erhellungsaufgaben übernehmen können. Dazu braucht er ein Schnittstellenwissen in folgenden Rechtsgebieten:

  • Bürgerliches Recht,
  • Bau- und Architektenrecht (HOAI, BauGB, BergG, ABbergV),
  • Bauordnungen der Länder,
  • Nachbarrecht,
  • Archäölogie,
  • Umweltrecht (Altlasten, Bodenschutz, Abfallrecht, Immissionsschutz),
  • Bauvertragsrecht, BGB, VOB, BaustellV, BaulärmVO,
  • Wasserrecht (WHG, Wassergesetze der Länder),
  • Baugrund- und Tiefbaurecht (Baugrund- und Systemrisiko),

Daneben ist dann noch eine sehr systematische und nachvollziehbare Arbeitsweise gefragt, die ein Geotechniker erlernen, einüben und pflegen muss. Er sollte desweiteren auch sehr kommunikativ sein und besonders geschult im Umgang mit Konflikten zwischen den Beteiligten im Projekt.

Ich erlaube mir hier anzuführen, dass ich über die beschriebenen Fähigkeiten eine Geotechnikers verfüge und sich Kunden und Mitstreiter von mir in gemeinsamer Arbeit durch Erfahrung überzeugt haben, dass dem so ist. Ich erlaube mir daher auf der Basis meiner Ausbildung als Bauingenieur an der TU Dresden, meiner derzeit 22 Jahre Berufserfahrung auf allen dargestellten Gebieten und wegen der regelmäßig besuchten Weiterbildungsveranstaltungen im Einvernehmen mit den durch die der DGGT Deutsche Gesellschaft für Geotechnik e.V. aufgestellten Regeln den Titel „Sachverständiger für Geotechnik“ zur führen und diesen Beruf auszuüben.

Ich bin Ingenieur für Er- und Grundbau und als solcher der Entwicklung von praktischen, kosteneffizienten, baulichen Lösungen für alle erdverbundenen und erdberührten Teile eines Bauwerkes , insbesondere für Baugrube und Gründung verpflichtet. Die Lösungen werden erdacht, berechnet, Kosten ermittelt, ausgeschrieben, Vertragsgestaltungen mit Ausführenden durch Leistungsverzeichnisse und Beschreibungen ermöglicht. Im Rahmen der Bauausführung übernehme ich Verantwortung als Bauüberwacher für die Spezialleistungen oder leite die Herstellung der Bauwerke oder Gründungen aktiv im Namen und für Rechnung des Bauherrn an (Fachbauleitung).Dabei übernehme ich auch Aufgaben der Vermessung, Beweissicherung, Absteckung, Qualitätsprüfung (z.B. Plattendruckversuche), Bauabrechnung und begleite die Abnahme und ggf. die Mängelverfolgung.

 

Rufen Sie mich jetzt an und binden verbindlich meine Kapazität für 2018!
Dipl.-Ing. Thomas Fröhner
Ingenieur für Erd- und Grundbau
Sachverständiger für Geotechnik
Baugrubenmanager

Weißeritzstraße 3
01067 Dresden
+49 174 2891628
info@baugrubenmanager.com

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen